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"Hof Urstromland":

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Nachbarschaften

Die Genossenschaft strebt an, alle Häuser in sogenannte Nachbarschaften umzuwandeln. Das bedeutet, dass der Wohnraum von den Mitgliedern nicht mehr gemietet, sondern langfristig gepachtet wird. Die Instandhaltung der Häuser ist damit nicht mehr in der Verantwortung der Genossenschaft und die Bewohner können alle das Haus betreffenden Angelegenheiten eigenverantwortlich entscheiden, ohne den Rest der Gemeinschaft fragen zu müssen. Bisland sind 6 Nachbarschaften entstanden.


Entstehungsgeschichte der Nachbarschaften

Schon seit Beginn unserer Konzeptarbeit, in der wir uns bemühten, den gemeinsamen Interessen-Konsens zu formulieren, zeichnete es sich ab, dass bestimmte Vorstellungen bezüglich der Gestaltung, der Regeln und der Zukunft des Projektes bei den einzelnen Mitgliedern so unterschiedlich sind, dass auch mögliche Kompromisse keine wirkliche Zufriedenheit erzeugen würden. Dennoch versuchten wir es, denn wir hatten ja nun mal unser Konsensprinzip (wir waren damals ein Verein). Auf den Mitgliederversammlungen war bei vielen Fragen aber an eine Konsensfindung überhaupt nicht mehr zu denken. Somit blockierten wir uns mit unserem Konsensprinzip gegenseitig. Im Sommer 2000 war ein Punkt kompletter Stagnation erreicht und einige Leute dachten über einen Ausstieg nach. Nichts ging mehr.

Da wir zumindest darin übereinstimmten, dass wir eine echte Krise haben und grundsätzlich etwas ändern müssen, war es dann immerhin noch möglich, gemeinsam einen Projektberater zu engagieren (Frieder Rock). Das war unsere Rettung. Mit ihm bastelten wir unsere Genossenschaft zusammen und einigten uns auf die Idee, das Projekt in Untereinheiten bzw. Nachbarschaften aufzuteilen, die die meisten anstehenden Entscheidungen unabhängig vom Rest der Gemeinschaft klären können. Dadurch ist es uns gelungen, uns eine Struktur zu geben, die zu den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen von uns allen viel besser passt anstatt zu erwarten, dass unsere Bedürfnisse sich einem monolithischen Gemeinschaftskonzept anpassen. Damit war dann zum Glück auch das Konsensprinzip vom Tisch, weil laut Frieder Rock juristisch nur das Mehrheitsprinzip Bestand hat.

Der Gedanke des Machtverlusts der Gemeinschaft gegenüber den Wohngruppen führte zunächst zu einigen Ängsten. Auch der damit verbundene Abschied von Gemeinschaftsidealen war für manche von uns schwer zu verdauen. Gleichzeitig war den meisten aber klar, dass es die schmerzfreie Ideallösung nicht geben wird.

  Im April 2002 gipfelte unsere lange Planungsphase in der Gründung der Genossenschaft Gut Stolzenhagen e.G. (Organigramm s. hier). Auf dieser Basis können jetzt diejenigen, die sich zu einer Nachbarschaft zusammengeschlossen haben, einen Nutzungsvertrag mit der Genossenschaft abschließen und sich somit auf sicherer rechtlicher Grundlage auf die Sanierung und den Ausbau ihrer Häuser stürzen. Bislang sind 4 Nachbarschaften entstanden, zwei weitere sind in Planung.

Mittlerweile liegt es auf der Hand, dass wir tatsächlich die für uns angemessene Struktur gefunden haben. Die Mitgliederversammlungen sind deutlich entspannter und sehr viel produktiver geworden. Die Autonomie der Nachbarschaften führt jetzt zu einer Konzentration auf die wirklich gemeinschaftlichen Fragen (aktuell z.B. der Bau eines Schilfbeetfilters zur ökologischen Abwasserreinigung). Diese Autonomie erstreckt sich im Wesentlichen auf die Fragen der Gestaltungsfreiheit innerhalb der nachbarschaftlichen Bereiche, wer welche Räume baut und nutzt, aber auch auf die Verantwortlichkeit für die anfallenden Kosten der Häuser.

Letzte Aktualisierung am 1. März 2009